Die Fassade einer Immobilie zu sanieren, lohnt sich aus verschiedenen Gründen. Abgesehen von der Werterhaltung spart man Energie, Heizkosten und leistet einen zentralen Beitrag an den Klimaschutz. Unabhängig vom Typ des gewählten Dämmstoffs macht es ökologisch Sinn, die Fassade eines Altbaus zu dämmen. Denn jeder Dämmstoff spart über die Nutzungsdauer ein Vielfaches des CO2 ein, das bei der Herstellung verursacht wird.

In der Schweiz sind Gebäude für rund einen Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich1. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die CO2-Emissionen aus dem Gebäudesektor seit den 90er-Jahren gesenkt werden konnten1. Dennoch liegt bei den Gebäuden weiterhin ein grosses Potenzial für Einsparungen im Rahmen der Klimaziele unseres Landes. Dies wird sich zunehmend auf Gesetzgebungen und Vorschriften für Hauseigentümer auswirken. Ein Beispiel dafür ist das Energiegesetz des Kantons Zürich, das im November 2021 von der Stimmbevölkerung angenommen wurde. Mit der neuen gesetzlichen Regelung müssen Öl- und Gasheizungen in Zukunft – abgesehen von wenigen Ausnahmen – am Ende ihrer Lebensdauer durch klimaneutrale Heizungen ersetzt werden.
Hauseigentümer sollten sich auf solche Rahmenbedingungen frühzeitig vorbereiten und eine passende Strategie für die energetische Sanierung der Liegenschaft festlegen. Dabei ist es ratsam, das Augenmerk nicht nur auf den Heizungsersatz, sondern auch auf die Gebäudehülle zu richten.
Nachfolgend einige nützliche Tipps zu Energieeffizienz, Klimaschutz und gleichzeitigem Werterhalt Ihrer Liegenschaft:

Oft ist es sinnvoll, zuerst die Gebäudehülle energetisch aufzuwerten und in einem zweiten Schritt eine Heizung zu wählen, die dem tieferen Energiebedarf des sanierten Gebäudes Rechnung trägt. Ein Gebäude mit einer gut gedämmten Gebäudehülle hat einen substanziell tieferen Energiebedarf. Entsprechend kann eine neue Heizung mit einer tieferen Leistung gewählt werden. Nach der energetischen Sanierung der Gebäudehülle profitieren Hauseigentümer Jahr für Jahr von tiefen Heizkosten.
Für die energetische Sanierung der Gebäudehülle gibt es verschiedene Massnahmen. Da die Energieverluste durch die flächenmässig wichtigsten Bauteile Aussenwand und Dach sehr gross sind, kann bei diesen Bauteilen am meisten Heizenergie eingespart werden. Bei einer ungedämmten Liegenschaft gehen über das Dach sowie den Estrichboden rund 17 Prozent der Wärmeenergie verloren, über die Fassade rund 25 Prozent und über die Fenster rund 13 Prozent.2 Die energetische Sanierung der Fassade ist deshalb die effektivste Massnahme zur Senkung des Heizenergiebedarfs und der Heizkosten.
Aus dem Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen gibt es attraktive finanzielle Zuschüsse, im Kanton Zürich z. B. für die Wärmedämmung der Fassade oder Gesamtmodernisierungen. Teilweise gibt es auch von Gemeinden zusätzliche Fördermittel. Hauseigentümer sollten sich frühzeitig bei den Behörden darüber informieren, wie hoch die Zuschüsse sind und wie sie beantragt werden können. Bei Investitionen in die Energieeffizienz von Liegenschaften sind auch Steuereinsparungen sowie Zinsvorteile bei den Banken möglich.
Auf dem Markt erhältlich sind verschiedene Dämmstoffe, die in geprüften Fassadendämmsystemen verbaut werden. Diese schneiden bezüglich Ökologie deshalb leicht unterschiedlich ab, weil ihre Herstellung unterschiedlich viel Energie benötigt und unterschiedliche Mengen CO2 dabei ausgestossen werden. Für alle gilt aber: Die CO2-und Energiemenge, die für die Herstellung benötigt wurde, wird innert kurzer Zeit durch die CO2- und Energieeinsparung der Wärmedämmwirkung kompensiert (für CO2 siehe Graphik). Es ist also in jedem Fall besser, die Fassade eines Altbaus zu dämmen, als sie nicht zu dämmen. Beim Dämmstoff EPS (expandierter Polystyrol-Hartschaum) ist der CO2-Ausstoss aus der Herstellung bereits nach kürzester Zeit kompensiert (vgl. Daten in Graphik). Bei PIR (Polyisocyanurat) und Steinwolle sieht es ähnlich aus. Der nachwachsende Rohstoff Holz hingegen bindet bereits in der Wachstumsphase mehr CO2, als bei der Fabrikation des Dämmstoffs verursacht wird. Deshalb sind Holzweichfaserplatten (HWF) besonders klimaschonend.
Da alle Dämmstoffe in der Summe CO2- und energiesparend sind, können Bauherren den Dämmstoff gemäss technischen Anforderungen und individuellen Wünschen auswählen, betont Oliver Hartmann, Produktmanager für Fassade bei der Sto AG: «Besonders vorteilhaft in Bezug auf Ökologie sind HWF. PIR eignet sich besonders bei beengten Platzverhältnissen. Steht der Brandschutz im Fokus, ist Steinwolle der Dämmstoff der Wahl. Und wenn Wirtschaftlichkeit eine besondere Rolle spielt, greift man am besten zum klassischen EPS.»
Um die energetische Erneuerung der Fassade komplett zu machen, werden die Dämmstoffe im Verbund mit weiteren Materialien verbaut. Auch bei diesen Materialien gibt es Unterschiede. Sto hat einen entscheidenden Schritt in Richtung CO2-reduzierte Beschichtungen gemacht:
Die Sto Produktlinie AimS® basiert zu einem bedeutenden Teil auf dem nachwachsenden Rohstoff Kiefernöl, das auch reichlich zur Verfügung steht. Die mit dem teilweisen Ersatz des synthetischen Bindemittels erzielte CO2-Reduktion macht AimS® interessant für Bauherren und Immobiliengesellschaften, bei denen Klimaschutz ganz ohne Kompromisse bei der Anwenderfreundlichkeit, ganz oben auf der Agenda steht.
Die Energie-, Kosten- und CO2-Ersparnisse sind nicht die einzigen Argumente, die für eine Dämmung der Fassade sprechen. Eine sanierte Fassade trägt auch entscheidend zum Werterhalt der Liegenschaft bei und schützt die Bausubstanz vor Witterungseinflüssen. Zudem kann die Wohnqualität durch eine Sanierung gesteigert werden: Im Winter strahlen die Aussenwände weniger Kälte in die Räume ab und im Sommer bietet eine Wärmedämmung Schutz gegen die sommerliche Hitze. Zudem lassen sich auch bauphysikalische Probleme wie Schimmelbildung in Innenräumen lösen.
Zusammenfassend kann gesagt werden: Eine Dämmung der Fassade lohnt sich aus verschiedenen Gesichtspunkten. Es handelt sich um eine nachhaltige, vorausschauende Massnahme, die sich im Lauf der Zeit auszahlt.
Autorin: Lena Windler (MSc ETH Umweltnaturwissenschaften; Expertin Nachhaltigkeit / energetische Gebäudesanierung, Sto AG)
1 Bundesamt für Umwelt, www.bafu.admin.ch, abgerufen am 26.4.2022
2 Energieschweiz(2022), Ratgeber Energiegerecht Sanieren